Geschichte der Insel Madeira

Geschichtliche Chronik der Insel Madeira

Reiseführer Reiseführer Madeira
Reiseführer Madeira
Rundreisen Rundreisen Madeira
Rundreisen Madeira
Pauschalreisen Pauschalreise Madeira
Pauschalreisen Madeira
Flüge nach Madeira Flug Madeira
Charterflüge nach Madeira
Mietwagen Madeira Mietwagen Madeira
Mietwagen Madeira

Zur Inselgruppe Madeira gehören die Insel Madeira, die Insel Porto Santo und die beiden unbewohnten Inseln Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens.

Die komplette Inselgruppe gehört zu Portugal.


Die Geschichte dieser Inselgruppe reicht weit zurück. Schon im 6. Jahrhundert vor Christi wird in der Naturalis historia von Plinius eine Insel namens Atlantis erwähnt. Aus der Beschreibung geht hervor, dass es sich hierbei um Madeira und die dazugehörigen Inseln handeln könnte. Plinius nennt die Inselgruppe auch Purpurinseln.

Sehr viel später im Jahr 1351 werden auf der Medici-Karte drei kleine Inseln eingezeichnet, die der afrikanischen Küste vorgelagert sind. Es handelt sich hierbei um Porto Séo, Deserta und Isola de Lolegname. Daraus geht wiederum hervor, dass man schon damals von der Existenz des Madeira-Archipels gewusst hat. Allerdings waren die Inseln damals noch nicht bewohnt.


Schließlich im Jahr 1419 durch den Seefahrer Jo ão Gonçalves Zarco wurde dieses schöne Fleckchen Erde wieder entdeckte. Zusammen mit Tristao Vaz Teixeira hat der erwähnte Seefahrer Madeira für Portugal eingenommen.


Durch die Eroberung des Archipels war ein sehr wichtiger Stützpunkt für die Seefahrt Portugals entstanden. Von hier aus wurden große Entdeckungsreisen angetreten. Als Warenumschlagsplatz bekam diese Insel ebenfalls immer größere Bedeutung.

Auch Christoph Columbus hat von hier aus seine Entdeckungsfahrt nach Amerika in die so genannte Neue Welt angetreten.


Nach der Eroberung nahm die Entwicklung und Neubesiedelung ihren Lauf. Es wurden von den Siedlern flächendeckende Brandrodungen durchgeführt um Land für Getreideanbau und Viehzucht zu gewinnen. Im Jahr 1420 wurde ein weiterer Brand für diesen Zweck auf Befehl von Zarco gelegt, welcher noch sieben Jahre später gewütet haben soll.

Man führte Zuckerrohr von Sizilien ein und schon 1452 wurde die erste Wassermühle zur Verarbeitung des Zuckerrohrs errichtet. Auch die ersten Levadas (Bewässerungskanäle) wurden in dieser Zeit gebaut. Der immer größer werdende Zuckerrohrhandel versorgte schon im 15. Jahrhundert den europäischen Markt bis nach Bristol.

Durch den Wohlstand kamen 1480 italienische und flämische Händler auf den Madeira Archipel. So führte es auch Jeasnin Essmerandt, einer der bedeutendsten Männer der flämischen Gemeinde Madeiras, auf die Inselgruppe. Wie es damals so üblich war, verband auch er sich durch eine geschickte Hochzeit mit der ortsansässigen Aristokratie.


1514 machte Papst Leo X Madeira zur eigenständigen Diözese und es wurde von hier aus die Zuständigkeit für alle überseeischen Besitzungen Portugals übernommen.


Von den nachweislich 19.000 Einwohnern im Jahr 1515 waren rund 3.000 Sklaven, vor allem aus dem afrikanischen Raum, die auf den Zuckerrohrplantagen eingesetzt wurden. Nach einigen erfolgreichen Jahren des Zuckerrohranbaus waren die Anbaugebiete ausgelaugt, und nicht mehr für den weiteren Anbau des braunen Goldes zu gebrauchen.

1521 wurde damit begonnen, die ehemaligen Zuckerrohrplantagen in Weinanbaugebiete umzuwandeln und somit wurde Madeira im Laufe der darauf folgenden Jahre zum Weinexporteur. Durch Import von Weinreben aus Zypern, Kreta und Sizilien und der Reblaus aus den USA wurde der Weinanbau auf Madeira in Gefahr gebracht und ging letztendlich auch daran zu Grunde. Aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage begann eine große Auswanderung von Madeira.


1580 wurde die die Personalunion von Portugal und Spanien gegründet und die Verwaltung Madeiras zentralisiert.


1640 konnte sich Portugal erfolgreich gegen Spanien durchsetzen. Die Zentralverwaltung der Inselgruppe wurde beibehalten.


Madeira wurde durch seine vorteilhafte, geografische Lage ein wichtiger Stützpunkt für Seefahrer und Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen in die neue Welt nach Amerika und Asien. Der Sklavenhandel hat in Madeira ebenfalls floriert.


1668 kam es zum Vertrag von Lissabon und der endgültigen Unabhängigkeit Portugals. Allerdings nur unter vielen Eingeständnissen zugunsten Englands.

Viele Engländer ließen sich auf der Insel nieder, vor allem Weinhändler. Den Portugiesen war der Weinhandel nicht erlaubt.


1801 bis 1814 zog Napoleon in den Krieg. In Folge dieser kriegerischen Auseinandersetzungen wurde Madeira von England besetzt. Viele Familien aus England ließen sich auf der Insel nieder.


Im Jahr 1852 wurde der Weinanbau wiederum von einer Reblausplage zum größten Teil vernichtet und erneut fand eine große Auswanderung statt.

1860 konnte Madeira seine Wirtschaft erneut stabilisieren und die finanzielle Lage durch den Export von wertvollen Stickereiwaren nach England verbessern.


Schon damals war auf Madeira ein gewisser Tourismus vorhanden. Adlige und Wohlhabende reisten nach Madeira zum Zeitvertreib und um Kuren und andere Behandlungen durchführen zu lassen. Mit den Anfängen des Tourismus kam auch der erste Fortschritt in Sachen Infrastruktur und 1893 wurde eine Zahnradbahn von Funchal nach Monte gebaut. Die Bahn war bis zum Zweiten Weltkrieg in Betrieb bis sie abgebaut wurde und das Eisen der Schienen für die Waffenherstellung eingeschmolzen wurde.


1926 begann die unrühmliche Militärdiktatur in Portugal und infolge dessen kam es auch zu Auswirkungen auf Madeira. Unter anderem wurden 1931 nach der Hungerrevolte viele Einwohner Madeiras auf die Azoren und die Kapverdischen Inseln verbannt.


1974 erst war dieser bittere Abschnitt der Geschichte durch den Aufstand der Portugiesischen Armee am 25. April 1974 beendet. Es handelte sich um einen relativ unblutigen Aufstand dem nur 4 Tote zum Opfer fielen. Den Soldaten wurden von der Bevölkerung vor lauter Freude über eine Wende Nelken in die Gewehrläufe gesteckt. Daher stammt auch der Name Nelkenrevolution.


1976 gab es die erste freie Präsidentschaftswahl unter einer neuen Verfassung und somit waren die Weichen zur Demokratisierung gelegt.

Für Madeira bedeutete dies die Autonomie und sehr weitgehende Selbstverwaltungsrechte durch die erstmals freie Wahlen stattfanden.


In Jahr 1976 besuchten bereits über 180.000 Urlauber die Insel Madeira. Mit dem Beitritt Portugals in die Europäische Union 1986 ist auch Madeira in die Union aufgenommen worden. Das Zahlungsmittel auf Madeira ist wie in allen Mitgliedsstaaten der EU der Euro.


Die Schönheit der Insel, die Gastfreundschaft der Menschen und das große Angebot an kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten hat Madeira bei den Besucher so beliebt gemacht.