Weine aus Madeira

Alles Wissenswerte über den berühmten Madeira Wein

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Die portugiesische Insel Madeira, die so weit von Portugal westlich der marrokanischen Küste liegt, ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel.

Schon seit dem 16. Jahrhundert wird hier auf der Insel Wein angebaut.
Das besondere von Madeira Weinen wurde eigentlich per Zufall entdeckt. Die lange Zwangslagerung in der Wärme der Schiffe während der Transporte veränderte den Geschmack, machte den Wein gehaltvoller und aromatischer.
Als man das entdeckte, hat man den Wein in Holzfässern unter dem Dach der Adega langsam erhitzen lassen. Dabei karamellisierte der Zucker im Wein und brachte so das typische Aroma hervor. Das kostet natürlich Zeit und diese Methode wird auch nur noch in Funchal bei der Artur de Barros e Sousa Ltd angewandt.
Ansonsten wird der Madeira Wein mittlerweile im Betontank erhitzt, um diese Veränderung des Geschmacks schneller zu bewerkstelligen.

Wein und Weinkunde ist eine Wissenschaft für sich. Trotzdem wollen wir versuchen, dem Madeira Wein ein bisschen mehr auf die Schliche zu kommen.

Madeira Wein ist eine geschützte Marke und darf nur für die Südweine auf der portugiesischen Insel Madeira verwandt werden.
Der Madeirawein ist sehr hochprozentig, er wird mit Weinbrand angereichert und eben in der oben beschriebenen Methode verfeinert. Er hat einen Alkoholgehalt zwischen 17 und 22 % Vol.

In Madeira gibt es das Instituto Do Vinho Da Madeira – das Weininstitut von Madeira. Dieses Institut hat ganz bestimmte Richtlinien und Regeln vorgegeben.
Dazu gehört auch die Einteilung und Bewertung der einzelnen Rebsorten.

Sercial
säurebetont und trocken
Diese Rebsorte ist nach einer Reblausplage lange nicht angebaut worden. In jüngster Zeit hat man sich aber wieder auf sie besonnen. Es ist eine weiße Traube, die sehr spät im Jahr reif ist. Die besten Weine dieser Rebe werden in höheren Lagen erzielt.
Der Wein muss recht lange reifen, ca. 20 Jahre und mehr. Er ist wegen seiner Säure sonst so gut wie nicht trinkbar.
Der qualitativ einfachere Sercial wird meist als Mixgetränk verwendet, den höher qualifizierten trinkt man pur, gern als Aperitif. Die Aromen sind wenn der Wein jünger ist Orange, Limone und bei älteren Tropfen nussig, wie ein guter alter Riesling.

Verdelho´
halbtrocken
Ein anderer Name ist auch Gouveio. Es ist ebenfalls eine weiße Traube. Sie ist recht schwierig zu kultivieren. Erst seit den 80er Jahren wird er wieder gern angebaut.
In Amerika kennt man diesen Wein unter dem Namen Rainwater Madeira. Angeblich sind einige Fässer irgendwann mal an einem Strand in Georgia mit Regenwasser verdünnt worden.
Der Verdelho´ ist ein sehr leichter Wein – für einen Madeira. Rund im Geschmack erinnern die Aromen an Trockenfrüchte, Kaffee und Schokolade.

Bual
halbsüß
Auch der Bual oder portugiesisch Boal ist eine weiße Rebe, übrigens auch gern als Tafeltraube genommen. Um so besser die Weine dieser Sorte, um so gelungener die Balance zwischen Süße und Säure. Und um so älter der Tropfen, um so umfangreicher die Aromen – von Limone über Karamell, Kaffee, Orange bis hin zu Aprikose.

Malmsey
üppig und süß
Portugiesisch heißt sie Malvasia.
Diese weiße Traube ist wohl die berühmteste auf Madeira und das Ergebnis ist ein sehr süßer Wein.
Diese ursprünglich griechische Traube ist auch eine sehr begehrte Tafeltraube. Sie reift recht schnell, ist aber recht lange am Weinstock haltbar.
Angeblich war sie gerade wegen ihrer Süße die Lieblingstraube von Martin Luther – bevor der Zucker erfunden wurde.
Die Madeira Weine sind im allgemeinen – auch die weißen Trauben – recht dunkel. Dieser ist ein wenig heller als z.B. der Bual. Die Aromen gehen von Toffee, Vanille, Marmelade bis hin zu Hustensaft.

Diese beschriebenen 4 Sorten sind die so genannten edlen Reben.

Die weiteren Sorten gelten nicht als edel, werden aber vermarktet und sind als Madeira Weine zugelassen.

Tinta Negra Mole – eine rote Traube, unter der Bezeichnung die schwarze Samtige bekannt. Immerhin wird aus dieser Rebe mehr als 50% des Madeira Weins gewonnen.
Vermarktet wird der Wein in den Klassifizierungen dry (trocken), medium-dry (halbtrocken), medium-sweet (halbsüß) und sweet (süß).
Die Tinta Rebe versucht die edlen Sorten zu imitieren. Sie war Schuld an dem großen Imageverlust im 19. und 20. Jahrhundert. Madeira Wein war auf einmal runterqualifiziert zum Kochwein. Obwohl aus dieser Rebe auch durchaus sehr gute Qualitäten entstehen können.

Terrantez – traditionell als trocken, halbtrockener und süßer Wein angebaut, wird diese weiße Traube heute eher selten erzeugt. Ein erkennbares Zeichen für diesen Wein ist der bittere Abgang und das Aroma von aschigen, verbrannten Kaffeebohnen.

Bastardo – man vergleicht ihn mit dem französischen Trousseau. Ist auch ein Bestandteil des Portweins. Heute kein Thema mehr auf Madeira, aber in vergangenen Zeiten sind aus der Rebe wirklich große Weine hervorgegangen, etwa 1927 noch.

Der Madeira Wein ist in der Regel kein Jahrgangswein, er wird verschnitten. Wobei auf den Flaschen alle Rebsorten aufgeführt werden müssen und die Jahreszahl sich an dem jüngsten Wein orientiert.

Einige Weinsorten sind
Five Years old Reserve – max. 15% Tinto und andere Rebsorten, der jüngste Wein muss mind. 5 Jahre alt sein.

Ten Years old Reserve oder Reserva Velha – wie der Name schon sagt, hier muss der jüngste Wein mind. 10 Jahre alt sein.

Alvada – das ist eine recht neue Sorte. Es handelt sich um einen mind. 5-jährigen Verschnitt und wird nur in 0,5 l vermarktet.

Was ist eine Solera?
Diese Methode wird nur zur Herstellung von Sherry oder Malaga-Wein benutzt – normalerweise.
Eine Solera ist ein Fässersystem. Ein Zehntel wird abgefüllt (und verkauft) und die Differenz wird mit jungen Weinen aufgefüllt. Das wird 9 mal gemacht und dann wird die Solera geschlossen. Immer wieder nimmt der junge, neue Anteil den Geschmack des älteren Weines sehr schnell an. Übrig bleibt am Schluss ungefähr 1/3 des Originals.
Aber, wie so oft, hält man sich oftmals nicht an die Regel und es gibt Soleras, die einfach offen bleiben, d.h. immer wieder aufgefüllt werden.
Der Clou dabei – die Flaschen aus der Solera sind bedruckt mit dem Anlegejahrgang. D. h., man kauft eine Flasche mit dem Aufdruck 1852 – weiß nicht, dass diese Solera nie geschlossen wurde. Und so erhält man einen Wein, der sicherlich auch ältere Jahrgänge in sich vereint, aber bestimmt nicht mehr viel aus 1852.
Das ist der Grund, warum die Soleras eigentlich verboten sind in der EU. Trotz alledem werden sie auf der Insel auch noch weiter verkauft.
Das ist schade. Gut angelegte Soleras bringen großartige Weine hervor. Diese Weine können es mit den nachfolgend beschriebenen Vintage-Madeiras ohne weiteres aufnehmen.

Vintage Madeira oder Frasqueira
Wenn weiter oben geschrieben wurde – der Madeira Wein ist in der Regel kein Jahrgangswein, so lag die Betonung auf in der Regel.
Es gibt natürlich Jahrgangsweine (Vintage=Jahrgang). Hier heißt die aufgedruckte Jahreszahl, der Wein in dieser Flasche ist genau aus dem angegebenen Jahr.
Es handelt sich hierbei um die wirklich edlen Tropfen von Madeira. Sie lagern mindestens 20 Jahre in den Fässern und noch einmal 2 Jahre nach der Abfüllung bevor sie verkauft werden.
Und hier liegt die Betonung wirklich auf mindestens, weil die meisten Vintage Madeiras viel länger im Fass reifen. Einige mehr als hundert Jahre. Das führt zu einer gewollten Oxidation und Konzentration der Weine. So werden sie fast unbegrenzt haltbar und Sie können heute noch mit vollem Genuss einen Wein aus dem 18. Jahrhundert genießen – nur ob man ihn bezahlen kann, das ist eine andere Frage.

Colheita
Vergleichbar mit Portwein werde diese Colheitas seit einigen Jahren erzeugt. Es handelt sich hierbei auch um Jahrgangsweine, die aber nur 12 bis 18 Jahre bzw. sogar nur 6 bis 10 Jahre im Fass reifen.

Harvest Vintage
Auch ein neuer Typ Jahrgangswein mit 5 bis 10 Jahren Fasslagerung. Sehr trinkbar, allerdings nicht unbedingt etwas zur langen Lagerung.

Vinho Da Roda – Da Torno – Da Volta
Sie werden nicht mehr hergestellt. Es waren Madeiraweine, die per Schiff den Äquator überfuhren. Shortrigde Lawton war wohl der letzte Erzeuger dieser Weine.
Man kann sie noch kaufen – wenn man sie findet und bezahlen kann.

Vorsicht beim Kauf von angeblichen Schnäppchen. Es gibt – vorwiegend aus Spanien stammende – Fälschungen. Zu erkennen sind sie oftmals an den spanisch klingenden Herstellernamen.

Ein Wort zur Lagerung.
Der Madeira ist ein Wein – wahrscheinlich der einzige – der stehend gelagert werden soll. Ihm tut der Gasaustausch gut und sorgt so für den Erhalt des oxidierenden Geschmacks.
Aber auch stehend gilt – in dunklen, kühlen Räumen, unbewegt und mit hoher Luftfeuchtigkeit. Und nach etwa 40 Jahren empfiehlt sich ein neuer Korken.

Dekantierung
Bevor Sie einen guten alten Madeira Wein genießen, sollten Sie ihn 24-48 Stunden vorher entkorken und dekantieren. Die oftmals unangenehmen Aromen einer frisch geöffneten Flasche können so verfliegen und es kann sich das gesamte Aroma so richtig gut entfalten.
In alten Weinen gibt es manchmal Ablagerungen. Deshalb empfiehlt sich die Dekantierung durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter. Ist auch eine sichere Methode Brösel von alten Korken herauszufiltern.

Einen einfacheren Madeira können Sie getrost auch nach dem Öffnen noch lange trinken, sogar 1-2 Jahre lang.
Die edleren Tropfen sollten schon in wenigen Tagen getrunken werden.

Den Sercial im Kühlschrank aufbewahren. Der Verdelho muss nicht unbedingt in den Kühlschrank.

Jeder trinkt den Wein anders.
Eine Grundregel für Madeirawein – nicht zu kalt. Kalter Wein kann sein Aroma nicht voll entfalten.
Wobei es noch eine Regel gibt: umso trockener der Wein, umso kälter darf er sein.

Sie haben genug von der Theorie?
Dann machen Sie auf nach Madeira und kosten Sie selber diese edlen Tropfen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei.